Leitungssucher – Test und Vergleich

Kein Loch ohne Leitungssucher

(so lautet meine Devise seitdem ich von dem Missgeschick eines Arbeitskollegen erfuhr)

Dieser half einer Bekannten einen Badezimmerspiegel aufzuhängen und rückte mit seiner Bohrmaschine an. Kann doch nicht so schwierig sein – bisschen Glück wird man schon haben, um auf keine Leitung zu stoßen – dacht er und verzichtete auf ein Ortungsgerät bzw. einen Leitungssucher. Auf halben (Bohr-)Weg passierte es – schon spritzte ihm das Wasser entgegen. Hauptwasserhahn – wo ist der verdammte Hauptwasserhahn? Dachte er sich. Nach dem dieser endlich gefunden war (und der Boden des Badezimmers bereits einen halben Zentimeter im Wasser stand), fand er heraus, dass der Hauptwasserhahn klemmt. Was tun? mit dem Finger ließ sich der Strahl nicht stoppen. Hauptwasserhahn vom Haus – dachte er und ab in den Keller. Alle Hähne zugedreht bis endlich der richtige Wasserstrang gefunden war. Zwar hatte nun das halbe Wohnhaus kein Wasser, jedoch war die Überschwemmung erstmal gestoppt.

Nächster Schritt der Schadensbehebung: Leitungsloch selbst löten. Mit Lötzinn und Lötlampe ausgestattet merkte er jedoch schnell, daß das unmöglich ist, wenn Wasser in der Leitung ist.

Es half alles nichts. Weil er so bequem war und die Wand nicht zuvor mit dem Leitungssucher überprüfte musste am Sonntag Abend der Notdienst her. Zwei Mann rückten an. Und stellten nach behobenen Schaden die Rechnung – satte 600 € wurden fällig.

Von nun an weiß der behilfliche Kollege: kein Loch ohne Leitungssucher!

 

       
Modell Bosch – Truvo Bosch GMS 100M Bosch GMS 120 Bosch D-Tect
Merkmale Einsteigermodell, günstig, Detektion von elektr. Leitungen, Eisen- und Nichteisenmetallen (max 70mm Eindringtiefe) Detektion von elektr. Leitungen, Eisen- und Nichteisenetallen (max. 100mm Eindringtiefe) Detektion von elektr. Leitungen, Eisen- und Nichteisenetallen und Holzunter-konstruktionen (max. 120mm Eindringtiefe) Detektion von elektr. Leitungen, Eisen- und Nichteisenetallen und Holzunter-konstruktionen (max. 120mm Eindringtiefe), Spotmessung
Bewertung  4/5  4/5  3,5/5 4/5
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Was ist ein Leitungssucher?

Ein Leitungssucher, auch Ortungsgerät oder Metalldetektor genannt ist ein Gerät, mit dem sich Wände auf Leitungen testen lassen. Die Funktionsweise ist recht simpel – man fährt mehrmals über einen Bereich an der Wand in den man ein Loch bohren will. Ein optisch und/oder aktustisches Signal zeigt an, ob sich unter dem Metalldetektor eine Leitung (Wasserleitung, Stromleitung etc.) befindet.

Was soll ein Leitungssucher können?

Ein Ortungsgerät arbeitet üblicherweise über das magnetische Feld. Da dieses jedoch stark mit der Umgebung variiert ist in der Regel eine Kalibrationsfunktion vorhanden. Bei billigen Leitungssuchern erfolgt die Kalibration über ein Stellrad – hochwertige Ortungsgeräte verfügen über eine automatische Kalibration. Hierfür wird einfach mehrmals die betreffende Stelle abgefahren – mit jedem Schritt wird die Detektion bzw. der Leitungssucher Test durch die automatische Kalibration genauer.

Ein Leitungssucher sollte ein Multidetektor sein. Er sollte zwischen magnetischen / nicht magnetischen Materialien, elektrischen Leitungen und Holzunterkonstruktionen unterscheiden und testen können.

Das Gehäuse sollte für die harten Baubedingungen zumindest Spritzwassergeschützt und mechanisch Robust sein.

Eine Batteriewechselanzeige gehört bei den heutigen Geräten fast zur selbstverständlichkeit. Üblicherweise funktionieren die Leitungssucher mit einem herkömmlichen 9V Block. Gerade bei der Metalldetekion sollte man darauf achten, daß die Batterie-Aneige zumindest noch 1/3 der Kapazität anzeigt.

Eine optische sowie eine akustische Signalisierung der Messung ist bei den meisten guten Geräten Stand der Technik – auch verfügen die meisten hochwertigen Geräte über eine Hintergrundbeleuchtung, womit der Leitungssucher-Test noch komfortabler wird.

Eine wichtige technische Eigenschaft ist die maximale Eindringtiefe. Üblicherweise ist diese bei Eisenmetallen (magnetisierbar) am höchsten (z.B. 120mm), gefolgt von Nichteisenmetallen (z.B. Kupferrohre) (z.B. 80mm), stromführenden Leitungen (z.B. 50mm) und Holz (z.B. 38mm).

Messung mit automatischer Kalibrierung

Um den Test zu starten wird zunächst der Messmodus (Eisen, Nichteisen, Holz-Unterbau, Strom) ausgewählt und das Ortungssuchgerät auf den Untergrund aufgesetzt. Anschließend wird das Messgerät geradlienig mit leichtem Druck (kein Anheben!) über den Untergrund bewegt. Während der Messung muss das Messgerät stets Kontakt zum Untergrund haben.

Das Messgerät zeigt nun die Veränderungen im Untergrund an. Üblicherweise verfügt es über eine Anzeige (digital, analog, oder ein Rot/Gelb/Grüner LED-Leuchtring über dem Sensor) welche signalisiert, ob sich der Leitungssucher auf ein zu detektierendes Objekt (Eisen, Nichteisen, Holz, Strom) zu oder wegbewegt.

Bei maximalen Ausschlag gibt das Gerät (sofern es über akustische Signalgebung verfügt) einen Signalton ab und der LED-Leuchtring (sofern vorhanden) leuchtet rot.

Um das Obekt genauer zu lokalisieren hilft uns nun die automatische Kalibrierfunktion. So wird das Gerät einfach mehrmals über das Objekt geführt und wir sehen, dass die Ausschläge exakter werden. Üblicherweise soll die Stelle 3x abgefahren werden um einen optimale Genauigkeit bei dem Leitungssucher Test zu gewährleisten.

Meist ist bei den Leitungssuchern über der Sensorfläche ein ca. 1cm² großes Loch. Dies dient zur Markierung des Bohrpunktes. Bei hochwertigen Leitungssuchern ist um das Loch ein LED-Kreis vorhanden, welcher je nach Messergebnis in unterschiedlichen (meist rot, gelb oder grün) leuchtet. Leuchtet nun nach 3 maligem Abfahren der Oberfläche der LED-Kreis grün, kann mit einem Bleistift auf der Wand eine Markierung angebracht werden, durch welche anschließend das Bohrloch gesetzt wird. Durch diese Vorgehensweise lassen sich Wände mit hoher Genauigkeit auf Leitungen überprüfen und ein versehentliches Anbohren einer Strom od. Wasserleitung vermeiden.

Sicherheit der Ortung

Da die Messergebnisse eines Leitungssuch-Tests von Umgebungseinflüssen sowie der Wandbeschaffenheit abhängig sein können, kann kein Leitungssucher mit 100%iger Sicherheit vorhersagen, ob nun eine oder keine Leitung unter der Messfläche vorhanden ist. Will man es noch genauer wissen, hilft es nur, weitere Informationsquellen (Pläne) zu Rate zu ziehen. Gerade wenn man allerdings nicht der Bauherr ist oder in einer Wohnung arbeitet, wird man meist dem Leitungsmesser vertrauen.

Geräte am Markt

Auf dem Markt sind viele Leitungssucher präsent, welche meist schon relativ günstig (20-120 €) zu haben sind. Vor allem ist der Hersteller BOSCH auf dem Sektor aktiv und hat sowohl für den sporadischen Heimwerker (Bosch-Grün) auch für den Profi Produkte (Bosch-Blau) im Sortiment die wie üblich von guter Qualität zeugen. Eine Sonderstellung nehmen hier die Geräte mit Radarmessung ein – diese sind absolute Profigeräte und ermöglichen eine hohe Auflösung durch Spotmessung (kein Verfahren auf der zu untersuchenden Fläche mehr notwendig). Allerdings liegt das Preisniveau (deutlich über 200 €) unserer Ansicht nach schon über dem der Geräte, welche auch für den Otto-Normal Anwender in Frage kommen.

Bosch Ortungsgerät Truvo 

Der Metalldetektor bzw. das Ortungsgerät von Bosch mit dem klingenden Namen Truvo ist das einfachste Gerät in diesem Vergleich. Mit seinen Abmessungen von 20 x 11 x 5,5 cm und einem Gewicht von 438g ist es klein und handlich. Betrieben wird der Leitungssucher über 3 AAA Batterien, welche selbstverständlich zum Lieferumfang zählen. Eine automatische Kalibrierung ist vorhanden und sorgt somit für Sicherheit beim Bohren durch das Detektieren von Metallen (Eisen- sowie Nichteisenmetalle) sowie spannungsführenden Leitungen. Das Gehäuse ist sehr robust gefertigt und liegt dank Soft Grip gut in der Hand. Die Maximale Ortungstiefe wird seitens des Herstellers für Eisenhaltige Metalle bis zu 70mm – und für nicht eisenartige Metalle bis zu 60mm angegeben. Spannungsführende Leitungen werden bis zu einer Tiefe von 50mm detektiert. 

Der Bosch Truvo verfügt über kein Markierungsloch! 

 

Bosch Professional GMS 100M 

Der Leitungsmesser GMS 100M zählt trotzdem günstigen Preises bereits zu den Profi-Geräten der Marke Bosch. Er ist mit einem Markierungsloch ausgestattet und besticht durch seine hohe Ortungstiefe. So liegt die Ortungstiefe bei Eisenmetallen bei satten 100 mm, bei Nichteisenmetallen bei 80 mm und bei spannungsführenden Leitungen bei 50 mm. Eine automatische Kalibrierung gehört – wie bei allen Geräten in diesem Vergleich – selbstverständlich dazu. Betrieben wird dieser Leitungssucher mit einer handelsüblichen 9V Batterie, welche im Lieferumfang enthalten ist. 

Das Gerät verfügt über keine Hintergrundbeleuchtung! 

Bosch Professional GMS 120 

Das Ortungsgerät GMS 120 aus dem Hause Bosch zählt ebenfalls zu den Profi-Geräten. Es kostet nur unwesentlich mehr als das GMS 100, verfügt aber über ein paar zusätzliche Features, welche der geübte Handwerker nicht missen möchte. Zu den detektierbaren Materialien zählen Eisenmetalle, Nichteisenmetalle, spannungsführende Leitugen sowie Holzunterkonstruktionen. Die Erfassungstiefe bei Stahl wird seitens Hersteller mit 120mm angegeben – Kupfer (z.B. Wasserrohre) werden in bis zu 80mm Tiefe detektiert. Stromführende Leitungen können in bis zu 50mm geortet werden und Holzunterkonstruktionen in bis zu 38mm. 

Der GMS 120 verfügt über ein Markierungsloch sowie über eine LED-Hintergrundbeleuchtung. Mittels einer Center-Finder-Skala kann ein Objekt punktgenau detektiert werden. Aufgrund der benutzerfreundlichen automatischen Kalibrierung werden Anwendungsfehler vermieden. 

Bosch Professional D-Tect 

Der Bosch Professional D-Tect spielt sowohl von der Leistung, der Technik, als auch vom Preis her in einer anderen Liga. Der Leitungssucher misst mittels Radar-Technologie und beherrscht die Spotmessung und somit Ortungen auf kleinsten Flächen. Durch die Radarfunktion entfällt nun das Verfahrensmessen, welches man bisher von den Leitungssuchern gewohnt war. Er detektiert Strom, Metall sowie Holz bis zu einer Materialtiefe von 12cm und wird über einen Li-Akku oder wahlweise auch mit Standard-Alkalinebatterien betrieben.  

Achtung: der Batterieadapter für Standardbatterien muss separat erworben werden!